Nachtrag zu dem Bericht vom 03. Mai 2006. – Ende Mai 2006 waren die Pflanzen am blühen und konnten als Pinguicula vulgaris (Gewöhnliches Fettkraut) bestimmt werden.
Asplenium (Phyllitis) scolopendrium (L.) Newm. Neufund für das südwestliche Saarland
Auf dem Blatt 6706 (Minutenfeld 415) Ludweiler im Völklinger Stadtteil Geislautern wurde die Hirschzunge Asplenium (Phyllitis) scolopendrium gefunden.
Der kleine, aber vitale und fertile Bestand siedelt in den Fugen eines mit Sandsteinen verkleideten Bahndurchlasses über der Straße Im Bruch. Er beschränkt sich auf die nordwest-exponierte Seite, die zudem durch die vorgemauerte Abböschung vor Sonneneinstrahlung geschützt ist (siehe Übersichtsabbildung). Im daneben sowie davor und dahinter fließenden Eberbach, dessen Bachbett in diesem Bereich ebenfalls senkrecht abgemauert ist,
Dorda, Kühne, Wild [Hrsg.]: „Der Bliesgau – Natur und Landschaft im südöstlichen Saarland“ beim Institut für Landeskunde im Saarland e.V. erschienen
Der reich bebilderte Sammelband enthält zahlreiche Beiträge zur Region Bliesgau, die nahezu jeden Aspekt dieser alten Kulturlandschaft behandeln. ISBN 3-923877-42-0 (–Presseinformation)
Inhaltsverzeichnis:
Volker Wild: Die Blies – sie gibt der Region ihren Namen
Bettina Barth, Joachim Gerstner &
Juan Manuel Wagner: Die Region Bliesgau – Erdgeschichte, Naturräume und charakteristische Raummerkmale im Überblick
Olaf Kühne: Das Klima im Bliesgau
Dieter Dorda: Die Wälder im Bliesgau
Andreas Bettinger: Die Vegetation des Offenlandes und der Gewässer im Bliesgau
Dieter Dorda: Die Tierwelt im Bliesgau
Christof Kinsinger: Die Fließgewässer im Bliesgau
Jochen Kubiniok: Die Böden im südlichen Teil der Region Bliesgau und in angrenzenden lothringischen Gebieten
Heinz Quasten: Die Siedlungsentwicklung in der Region Bliesgau
Reinhard Guth: Die Landwirtschaft im Bliegau
Harry Lavall: Der Streuobstbau im Bliesgau –
Mantis religiosa im Bliesgau bestätigt
Ulf Heseler, St. Ingbert, hatte am 11.12.2005 im Bliestal südöstlich Habkirchen auf einem südexponierten Magerrasen ein Eigelege einer Gottesanbeterin gefunden. Dieser Fund fachte erneut die Diskussion an, ob die Mantis im Saarland überhaupt ein indigenes Faunenelement ist, oder ob es sich bei den Mantis-Funden jeweils um ausgesetzte Exemplare gehandelt hat. Erste Zusammenstellungen der Beobachtungen aus unserem Raum finden sich bei Hoffmann (1966) und Dorda (1998). Die Gottesanbeterin wurde auf den Trockenrasen des westlichen Saarlandes seit Paul Haffners Zeiten immer wieder mal gesichtet.
Aktuelle Entwicklungstendenzen im NSG „Wolferskopf“
Winfried Minninger, Reimsbach, meldet den Violetten Dingel, Limodorum abortivum, und das Brand-Knabenkraut, Orchis ustulata neu für den Wolferskopf.
Wiederfund von Eleocharis ovata im Saarland
Ende Juni 2006 gelang bei St. Ingbert ein Wiederfund von Eleocharis ovata (Roth) Roem. & Schult. Fundort ist ein seit Frühjahr 2005 unbespannter Weiher in einer breiten Talaue. Eine Zählung ergab 124 Horste die einzelnen bis in Gruppen vorkommen.
Die Eiförmige Sumpfbinse ist Charakterart des Elatino-Eleocharitenion ovatae, eines Unterverbandes der Zwergbinsen-Gesellschaften (Isoëto-Nanojuncetea). Am Fundort stehen die Horste in einem Dominanzbestand von Juncus bulbosus ssp.
Zwei neue Fundstellen von Lithospermum purpureo-caeruleum im saarländischen Niedgebiet
Während einer Begehung im Niedgebiet konnte der Autor an zwei bisher nicht bekannten Stellen den Blauroten Steinsamen nachweisen. Eine Fundstelle liegt im östlichen Teil des Prallhang der Niedschleife. Am Oberhang steht hier der Trochitenkalk oberflächlich an. Über den flachgründigen Rendzinen stockt ein gut ausgeprägter Orchideen-Buchenwald, in dem am 10. Mai über 300 Orchis purpurea in Vollblüte waren. An einer lichten Stelle (Foto unten) fanden sich auch einige Triebe von Lithospermum p.-c.
Wiederfunde verschollen geglaubter Arten im mittleren Saarland: Drosera rotundifolia, Lycopodiella inundata und Neufund von Pinguicula sp. für das Saargebiet
Beherrschende Art am Fundort, einem wasserüberrieselten Sandboden-Pionierstandort ist ein dicht am Boden kriechender Bärlapp, der nach dem Fund zahlreicher Pflanzen mit Sporangienähren als Lycopodiella inundata identifiziert werden konnte. Der Gesamtbestand dürfte 15-20 Ar groß sein. Für einige Verwirrung sorgte das gleichzeitige Vorkommen des Keulen-Bärlapps, Lycopodium clavatum, der im Detail betrachtet jedoch etwas trockenere Stellen bevorzugt.





Bei der Entdeckung des Standorts Anfang April 2006 fielen beiden Autoren (unabhängig voneinander) an einem kleinen Gerinne kleine Pflänzchen bzw.
20. Möbel Martin Naturschutzpreis geht an die DELATTINIA
Auszug aus der Möbel Martin Homepage:
Sie erforschen die Tier- und Pflanzenarten unserer Heimat
– 20. Möbel Martin Naturschutzpreis geht an DELATTINIA-Arbeitsgemeinschaft – Wo leben im Saarland Gelbbauchunken?
– Wie kann dem seltenen Braunen Eichenzipfelfalter in den Wäldern des Warndts geholfen werden?
Die Mitglieder der DELATTINIA, der Arbeitsgemeinschaft für tier- und pflanzengeographische Heimatforschung im Saarland, bringen derartige Fragen keinesfalls in Verlegenheit: Die Experten kennen sich aus in der heimischen Natur.
Zur Bestandssituation des Fransen-Enzians (Gentianella ciliata) in der Gemeinde Schmelz
Während der floristischen Raster-Kartierung der Gemeinde Schmelz Anfang der 80er Jahre konnte ich auf den warmen Vulkaniten im Bereich des Ortsteils „Außen“ auch den Fransen-Enzian an mehreren Stellen nachweisen (Atlas der Gefäßpflanzen von Schmelz).
Bis zu diesem Zeitpunkt galt der Fransen-Enzian als typisches Florenelement der Muschelkalklandschaften des Saarlandes, Funde außerhalb des Kalkes waren (im Saarland) nicht bekannt.
Die Verbreitungskarte belegt die Art zwar für zehn 500x500m Raster,