An der B 41 zwischen dem Neunkirchener Kreisel und der Bahn-Hochbrücke Richtung Sinnerthal (6608/235) fällt dem vorbeifahrenden Botaniker an einer neuangelegten, südexponierten Böschung ein Massenbestand eines weißblühenden Doldengewächses auf, die auf den ersten Blick (im Vorbeifahren!) wie Daucus carota wirkt, deren Blütezeit aber einige Wochen früher ist. Sammeln und Nachbestimmen ergab Pimpinella peregrina.
Genfer Günsel am Hofberg bei Reitscheid
Der Forst hat mit Freistellungsarbeiten im FFH-Gebiet Hofberg bei Reitscheid begonnen. An der südlichen Trockenrasenfläche (6409/313), unter anderem durch das wohl letzte (und derzeit verschollene) saarländische Vorkommen des Dunklen Puzzlefalters (Pyrgus serratulae) bedeutend, tauchte jetzt in wenigen Exemplaren der Genfer Günsel (Ajuga genevensis) auf, der zuvor hier nicht beobachtet wurde.
Efeublättriger Hahnenfuß am Hölzbach
Im FFH-Gebiet am Unterlauf des Hölzbaches zwischen Niederlosheim und Münchweiler (6406/433) wächst in wenigen Exemplaren in einem Wiesengraben der Efeublättrige Hahnenfuß (Ranunculus hederaceus).
Diese kleinblütige und wenig auffallende Wasserpflanze ist atlantisch verbreitet und erreicht im Saarland die Ostgrenze des Areals.
Weitere Vorkommen im Kartiergebiet sind rezent aus der Söterbach-Aue (6308/335), vom Imsbach (6408/331), bei Schillingen in der Keller Hunsrückmulde (6306/4) und –
Gestreifter Klee (Trifolium striatum) im Primstal
Hart an der Grenze des NSG „Primsaue und Hangwald Überlosheim“ S Büschfeld kommt ein Bestand des Gestreiften Klees (Trifolium striatum) vor, wie eine Begehung am 10.8.2002 ergab.
Am Wuchsort, einer Einsaatwiese in der Aue links (östlich) der Prims, im Südwestzipfel von Minutenfeld 6507/113 gelegen, müssen offenbar häufiger Planierarbeiten nach Hochwässern durchgeführt werden. Die Auenböden sind durchlässig, trocken, sehr grobschottrig und feinerdearm, was das Auftreten dieser Sedo-Scleranthetalia-Art begünstigt hat.
Carduus pycnocephalus L. am Hammelsberg/Perl
In einem Rapsfeld am Hammelsberg bei Perl, nur wenige Meter von der Grenze entfernt, entdeckte ich nebenstehende Distel, die ich nach HEGI zu Carduus pycnocephalus bestimmen konnte.
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Weitere Orobanchen vom Hammelsberg:
Am Hammelsberg konnten 2002 weitere Sommerwurzarten beobachtet werden: Orobanche purpurea (Purpur-Sommerwurz), O. teucrii (Gamander-Sommerwurz) und O. caryophyllacea (Nelken-Sommerwurz).
Bienen-Ragwurze (Ophrys apifera) auch in Diefflen!
Rudi Reiter’s Meldung von Ragwurzen außerhalb des Muschelkalks erinnerte mich an eine Bienen-Ragwurz-Angabe in einem naturschutzfachlichen Gutachten (Pflege- und Entwicklungsplan) zum Sandgrubengelände nördlich Diefflen, das vom Planungsbüro AGL erstellt wurde. Ich habe heute die Stelle aufgesucht und tatsächlich im Gelände unmittelbar nördlich der Lande- u. Startbahn des Segelflugplatzes die Art gefunden. Auf einer Fläche von ca. 0,5 ha zählte ich 65 Ophrys apifera.

Das aufgeschüttete Gelände hat ein außerordentlich reich strukturiertes Kleinrelief mit flachen Mulden (mit Seggen und Binsen,
40 Bienen-Ragwurze (Ophrys apifera) in Schmelz/Aussen
In einer Sandgrube am Gischberg zwischen Schmelz und Düppenweiler (Naturraum Prims-Hochland, nicht im Muschelkalk!) blühen derzeit 40 Bienen-Ragwurze. Die Sandgrube in den Waderner Schichten wurde Anfang der 80er Jahre verfüllt und der Sukzession überlassen. Heute stockt eine lichte Salweiden-Baumhecke im Zentrum der Grube, die von einem schmalen Gras- und Kräutersaum umrahmt ist. Der Saum wird offenbar ab und zu von einem Jäger gemäht, um den Weg zu einem Hochsitz offen zu halten. In diesem Saum blühen derzeit ca.
Kleewürger (Orobanche minor) wieder im Saarland aufgetaucht!
Auf einer mehrjährigen Ackerbrache mit dominantem Löwenzahn und Klee (Taraxacum officinale, Trifolium repens) im NSG „Hammelsberg“ bei Perl entdeckten wir heute einen sehr ansehnlichen Bestand (>1000 Ex.) der Orobanche minor (Kleine Sommerwurz, mancherorts auch Kleewürger genannt).
Cephalanthera rubra, das Rote Waldvöglein, auf dem Friedhof „Neue Welt“ am Rande von Saarlouis
Im vorigen Jahr entdeckte Herbert Wolf, Fraulautern, auf dem Friedhof „Neue Welt“ zwischen Picard und Beaumarais am Fuß einer Eiche einen kleinen Bestand des Roten Waldvögeleins (Cephalanthera rubra), der auch in diesem Jahr zur Blüte kam.

Die Art kommt im Saarland sehr selten und immer nur in wenigen Exemplaren in den Wäldern der Muschelkalkgebiete vor.