Allgemein 

Ein Nachweis der Sackträgermotte Coleophora ahenella südlich Honzrath-Hellwies

Am 23. September 2012 entdeckte ich an einem Waldrand bei Hellwies an zwei Blättern eines Faulbaums (Rhamnus frangula) eine auffällige, braune Fleckenmine. Auf der Blattunterseite befand sich in beiden Fällen ein besonders bizarrer Raupensack einer Coleophoridae. Mit diesen Merkmalen war die Artidentität schnell geklärt. Es handelte sich um Coleophora ahenella, die außer an Faulbaum noch an Kreuzdorn, Hartriegel, Viburnum lantana und Lonicera xylosteum minieren soll.

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Das Grüne Koboldmoos Buxbaumia viridis (Moug. ex Lam. & DC.) Brid. ex Moug. & Nestl. neu für das Saarland

Das Grüne Koboldmoos ist eines der außergewöhnlichsten Moose in Mitteleuropa. Mit seiner ähnlichen Schwesternart, dem Blattlosen Koboldmoos (Buxbaumia aphylla), ist das scheinbar blattlose Moos durch seine mächtige, auf einer 0,5 bis 1 cm langen Seta sitzenden Kapsel ein dennoch – für Moose – auffallendes Pflänzchen. Ohne Kapsel sind die Pflanzen kaum zu entdecken: sie besitzen kleine, kaum erkennbare Blätter, die dem ausdauernden Protonema aufsitzen.

Buxbaumia viridis

Buxbaumia viridis besiedelt morsches Holz,

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Nachweise der Fliege Stomorhina lunata (Fabricius 1805) (Diptera: Calliphoridae) im Saarland

Ende August, Anfang September diesen Jahres beobachtete ich bei meinen Fotoexkursionen mehrfach an Goldrute eine mir bis dato noch unbekannte Fliegenart mit auffälligem Abdomen-Muster. Es dauerte allerdings einige Zeit bis es mir schließlich am 8. September 2012 gelang westlich von Reimsbach ein Exemplar einzufangen. Mittels der gemachten Fotos konnte die Fliege, die zu den Schmeißfliegen (Calliphoridae) gehört, als Stomorhina lunata bestimmt werden. 

Gleich am folgenden Wochenende (16.09.2012) gelangen mir dann auch Aufnahmen vom Weibchen der Art.

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Bedeutendster Bestand des Königsfarns Osmunda regalis im Saarland erloschen

Im Schusterhannesbruch nördlich Bergen befindet bzw. befand sich der einzige größere Bestand des Königsfarns (Osmunda regalis) im Saarland. Alle übrigen Fundstellen, die im Atlas der Gefäßpflanzen (drei Minutenfelder) angegeben werden, beziehen sich im Grunde nur auf Einzelexemplare.
Bei einem Besuch dieses Feuchtgebietes im Jahr 2003 (29.05.2003) konnte ich dort ca. 30 prächtige Stöcke zählen und fotographieren.

Osmunda regalis im Schuster-Hannes-Bruch bei Bergen.

Wie auf dem Foto unschwer zu erkennen,

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Beitrag zur Kenntnis der Dornigen Hauhechel (Ononis spinosa) im Saarland

Am 30. Juli 2012 konnte ich einen Bestand von etwa 60 Pflanzen der Dornigen Hauhechel (Ononis spinosa) im FFH-Gebiet Gebberg (6808/115) nachweisen.

Standort ist ein wechseltrockener Kalk-Halbtrockenrasen (Foto 1). Es handelt sich um den ersten sicheren Nachweis in einem naturnahen Habitat im Saarland (Am Dillinger See wächst die Pflanze synanthrop auf Aufschüttungen).

Foto 1: Ononis spinosa am Gebberg (Foto: S. Caspari).

Die Dornige Hauhechel wird sehr oft mit der häufigen Kriechenden Hauhechel (Ononis repens) verwechselt;

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Erstnachweis der Schwarzen Mörtelbiene (Megachile parietina) im Saarland

Bei Schmetterlingserfassungen im Bliesgau gelang den beiden Naturforschern Maren Bergmann und Rainer Ulrich ein sensationeller Fund: Sie entdeckten eine Wildbienenart, die in Mitteleuropa nur noch an sechs Stellen vorkommt. Es handelt sich um die vom Aussterben bedrohte „Schwarze Mörtelbiene“. Mit 90 nachgewiesenen Nestern ist diese Population im zentralen Bliesgau ungewöhnlich groß – und somit europaweit bedeutend. Das neue entdeckte Vorkommen im Bliesgau ist der nördlichste Fundort der Art weltweit. In Deutschland gibt es die Mörtelbiene sonst nur noch in Baden-Württemberg.

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Erstnachweis des Ampfer-Zwergminierfalters Enteucha acetosae (STAINTON, 1854) im Saarland

Rötliche Flecken an den Blättern von Ampferarten sind nicht ungewöhnlich und zeigen in der Regel einen Befall mit dem Rostpilz Puccinia phragmitis an (vgl. Foto 1).

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Erstnachweis des „Efeuwicklers“ Clepsis dumicolana im Saarland

In Dudweiler, Kirchenstraße 15, bei Thomas Müller und in der unmittelbaren Nachbarschaft wurde am 24.05.2011 an einer mit Efeu bewachsenen Hauswand ein starker Befall des Efeus mit dem „Efeuwickler“ Clepsis dumicolana festgestellt.

Bei einer Besichtigung des Schadens konnten in kurzer Zeit an einer kleinen Stelle des Efeubewuchses über 20 Exemplare gefangen werden. Rechnet man diese Anzahl auf den kompletten Bewuchs hoch, könnte man leicht auf über 100 Individuen gelangen.

Es war davon auszugehen,

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Ungewöhnlich früher Beginn der Vegetationsperiode im Jahr 2011

Anlässlich vorbereitender Arbeiten für eine Diplomarbeit zu einem Naturschutzthema hatte ich heute mal Gelegenheit, begleitet von Dr. Niels Gepp vom LUA, von Anita Naumann vom Biosphären-Zweckverband und von unserem Praktikanten Rolf Ziegler in den Bliesgau zu fahren. Obwohl es sich ja schon seit Wochen abzeichnet: Ich kann mich nicht erinnern, dass an einem 18. April die Natur jemals schon so weit fortgeschritten war.

Zunächst zu den Pflanzen:

Orchis mascula und O.

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Erste Nachweise des Kleinschmetterlings Psychoides verhuella im Saarland und Umgebung

Erste Hinweise, dass diese Art auch im Saarland vorkommt, gehen auf den letzten November zurück, als mir bei einem Besuch des Hirschzungenfarn-Vorkommens zwischen Bardenbach und Büschfeld Fraßschäden an den Farnwedeln auffielen, die man mit großer Sicherheit Psychoides verhuella zuordnen konnte (Abb. 2). 

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